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THE EURO - Media Comments and Reaction News & Commentary in German |
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News & Commentary in German Risse im Fundament Der Euro bindet Länder aneinander, die sich in ihrer Wettbewerbsfähigkeit unterscheiden. Mit der Finanzkrise driften die Mitglieder der Währungsunion nun gefährlich weit auseinander. by David Marsh - published on 14/01/09 in Financial Times Deutschland Herausforderungen auf internationaler Ebene sind sowohl gute als auch schlechte Nachrichten für die Europäische Zentralbank (EZB). Positiv ist, dass die Kreditkrise ihr auf der Weltbühne unerwarteten Einfluss beschert hat. Viele Beobachter sind sich einig, dass dank der seit zehn Jahren bestehenden Wirtschafts- und Währungsunion die direkten negativen Konsequenzen der Finanzkrise für die Mitglieder der Euro-Zone gemäßigt ausfallen. Negativ ist, dass Europa in diesem Jahr wahrscheinlich die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt. Je nach Reaktion der einzelnen Mitglieder kann ein latenter Nationalismus spaltend wirken. Derzeit werden die Fronten abgesteckt: Deutschland spricht sich für Haushaltsstabilität als oberste Priorität aus, Frankreich plädiert für eine aktivere Wachstumspolitik. Hin und wieder haben Politiker versucht, die EZB zu einer Aufweichung ihrer Geldpolitik zu drängen, und dreimal seit dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers hat sie die Zinsen gesenkt. Doch trotz der jüngsten Schwächezeichen der Wirtschaft sieht es so aus, als schreibe sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auch weiterhin die Strenge der Bundesbank auf die Fahne. Gestörtes Gleichgewicht Für die Wirtschafts- und Währungsunion hat es unwahrscheinliche Kompromisse gebraucht - allen voran den Verzicht auf einen nennenswerten Finanzausgleich zwischen Ländern unterschiedlicher Wirtschaftsleistung. 16 Länder mittels einer gemeinsamen Währung aneinanderzubinden lässt sich mit den Erfahrungen von Insassen eines Rettungsboots auf stürmischer See vergleichen. Der Euro hat den Mitgliedern eine Aura der Solidität verliehen, sie aber auch anfälliger für Brüche gemacht, die auf Störungen des internen Kräftegleichgewichts zurückgehen. Ein Warnsignal geht von dem enormen Anstieg des Zinsabstands zwischen Staatspapieren hoch verschuldeter Euro-Länder und denen Deutschlands aus. Die Krise hat diesen Abstand nicht nur vergrößert, weil Anleger gegenüber Risiken, die die Schulden schwacher Länder bergen, weniger nachsichtig sind. Sondern auch, weil der von Trichet sogenannte "Finanzkanal" blockiert wurde, der Diskrepanzen zwischen Mitgliedsstaaten ausbügelt. Die Zinsabstände - 2,3 Prozentpunkte für Griechenland, 1,3 Punkte für Italien und 1,7 für Irland - sind zwar viel geringer als die Differenz von bis zu sechs Punkten vor Einführung des Euro; schwächere Staaten profitieren also noch immer erheblich von der Mitgliedschaft. Das aber könnte sich ändern, sollten sich die Zinsabstände weiter vergrößern. Ein Hauptgrund für die wachsende Kluft ist, dass festgelegte Wechselkurse zwischen Ländern mit unterschiedlichen Produktivitätsmustern die relative Wettbewerbsfähigkeit verändert haben. Deutschland hat seit 1999 einen Wettbewerbsvorteil von mehr als zehn Prozent gewonnen, Italien dagegen fast 40 Prozent verloren, wie OECD-Zahlen über Lohnstückkosten belegen. Während des ersten Euro-Jahrzehnts überwogen die positiven Auswirkungen der relativ niedrigen Zinsen der Währungsunion gegenüber dem negativen Einfluss einer gestörten Wettbewerbsfähigkeit. Doch in der Rezession wird es schwieriger, die Risse zu übertünchen. Exemplarisch hierfür sind die Unterschiede in der Wirtschaftspolitik von Frankreich und Deutschland. Mit seinem Argwohn gegenüber der Unabhängigkeit der Zentralbank setzt Präsident Nicolas Sarkozy die Tradition seiner Vorgänger fort und verärgert die Deutschen. Der französischen Meckerei liegt der Glaube zugrunde, Deutschland habe aus der Währungsunion einen unfairen Vorteil gezogen. Der OECD zufolge hat sich der deutsche Nachbar von einem Leistungsbilanzdefizit vor der Euro-Ära von 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 1998 zu einem Überschuss von 6,4 Prozent im Jahr 2008 aufgeschwungen. Frankreich wies 1998 einen Überschuss von 2,6 Prozent des BIP auf, Italien 1,9 Prozent und Irland 0,8 Prozent. Zehn Jahre später verzeichneten diese Länder Defizite von jeweils 1,6, 2,6 und 6,2 Prozent. Griechenland, Spanien und Portugal erwirtschafteten letztes Jahr Defizite von zehn Prozent und mehr. Plausible Hirngespinste Noch deutet nichts auf einen offenen Versuch hin, die "No-Bailout"-Klausel zu ändern. Diese hindert ärmere Staaten der Währungsunion daran, Hilfe von stärkeren Mitgliedern zu fordern. Wird für andere Euro-Länder die Kreditaufnahme noch schwieriger, könnten ausländische Politiker Deutschland aber bitten, den Druck auf die schwächeren Gefährten zu lindern. Die Bundesregierung wäre sicherlich gegen eine Änderung der Klausel. Steigen die Zinsabstände bei Staatspapieren auf ihr Niveau von vor 1999, könnten daher Spekulationen laut werden, dass mehrere Länder ihre Mitgliedschaft aussetzen. Trichet weist derlei Gedanken als "Hirngespinste" zurück, führende Geldpolitiker aber haben schon vor Monaten geäußert, dass so etwas nicht ausgeschlossen sei. War 2008 schon schwierig für die Währungsunion, könnte 2009 noch größere Herausforderungen bringen. For further details including book purchases, bulk copies and news on book launch events, please contact: Wiebke Räber, London and Oxford Group, + 44 (0)20 7796 9911, wiebke.raeber@londonandoxford.com For all other questions about the book, including reviews, please contact: For English edition: Katie Harris, Yale University Press, + 44 (0)20 7079 4900, katie.harris@yaleup.co.uk For German edition: Dagmar Landgrebe, Murmann Verlag, +49 (0)40 3980 8313, landgrebe@murmann-verlag.de
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