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THE EURO - Media Comments and Reaction News & Commentary in German |
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Reviews in German Zehn Jahre Euro Heute erscheint David Marshs Buch über die europäische Währung by Reinhard Blomert - published on 13/01/09 in Berliner Zeitung In Maastricht wettete David Marsh 1991 mit dem deutschen Kanzler, dass die Briten sich dem Währungsverbund nicht anschließen würden. Er hat gewonnen, erhielt 1997 sechs Flaschen Gimmeldinger und eine Einladung zu einem Gläschen ins Kanzleramt. Marshs neues Buch über den Euro ist voller amüsanter Geschichten. Marsh geht weit zurück in die Geschichte, und man stellt verwundert fest, wie sich die Koalitionen zwischen den europäischen Ländern immer wieder wandelten, um ihre jeweilige nationale Machtposition aufrecht erhalten zu können. Die Idee der Schaffung einer europäischen Währung ist nicht neu, Napoleon spielte mit dem Gedanken, Victor Hugo setzte sich 1849 auf dem Pariser Friedenskongress dafür ein. 1865 entstand die Lateinische Münzunion, der Frankreich, Italien, die Schweiz, Belgien und Griechenland angehörten. Sie hielt 62 Jahre lang bis 1927. Das Bretton Woods-System, das 1944 zwischen den Briten und den Amerikanern ausgehandelt wurde, war ehrgeiziger: Man wollte ein die ganze Welt in Frieden umspannendes Handelssystem, feste Wechselkurs sollten Währungsschwankungen verhindern. Doch statt einer neutralen Währungseinheit setzten die Amerikaner durch, dass der Dollar zum universalen Zahlungsmittel wurde. So konnten die USA ihr wachsendes Zahlungsdefizit durch die Ausgabe von Dollar an ausländische Zentralbanken finanzieren und sich damit der geldpolitischen Disziplin entziehen, die andere Länder zu beachten hatten. Die Europäer suchten schon bald nach einem Weg, sich aus der US-Währungsvormacht zu lösen. Es gab aber noch einen Grund für die Schaffung der Gemeinschaftswährung: Sie sollte der deutschen Wirtschaft Fesseln anlegen, denn die Bundesrepublik war zur stärksten Volkswirtschaft und zum größten Gläubiger Europas geworden. Da die Inflationsrate in Deutschland niedriger war, als bei seinen europäischen Handelspartnern, ergab sich eine reale Abwertung: Deutsche Waren waren günstiger, was zu hohen Handelsüberschüssen führte. Die Bundesbank konnte ihre Goldreserven aufstocken und die Mark stabilisieren. Die Handelspartner drängten immer wieder auf eine Aufwertung der D-Mark, um ihre inländischen Industrien gegen die deutschen Importe zu schützen. Aber die Bundesbank bestand "brutal" (Marsh) auf ihrer Politik der Inflationsvermeidung. In der englischen Presse tauchte eine Hitlerkarikatur vor dem Gebäude der Deutschen Bundesbank auf - hatte man Deutschland militärisch besiegt, nur um sich ihm nun wirtschaftlich unterwerfen zu müssen? Schon der Marjolin-Plan 1964 sah eine gemeinsame europäische Währung vor und de Gaulle plante 1965 eine kollektive, an das Gold gebundene Reserveeinheit CRU (die später zu einem Instrument des IWF werden sollte). Der Werner-Plan (1970) konzipierte eine Integration in mehreren Stufen: Zunächst die Einengung der Währungsschwankungen mit dem Ziel fester Wechselkurse, dann eine Konvergenz der Wirtschaftspolitik, ein gemeinsames System der Zentralbanken und am Ende die politische Union. Tatsächlich zeigt sich rückblickend eine erstaunliche Kontinuität in den Integrationsschüben der europäischen Staaten: Das Europäische Währungssystem (EWS), von Helmut Schmidt und Giscard d'Estaing ausgearbeitet, war vom 1. Januar 1979 bis 31. Dezember 1998 in Kraft, dem Tag, an dem es vom Euro abgelöst wurde. Im Maastrichtvertrag von 1992 wurde als weiteres Integrationselement der einheitliche Binnenmarkt als erste Stufe deklariert, die Einführung einer Währungsunion als zweite und die politische Union als dritte Stufe. Zehn Jahre gibt es nun den Euro - was hat er gebracht? Die Ablösung vom US-Dollar ist nur teilweise gelungen - der Euro hat ein starkes eigenes Gewicht erhalten und ist zur zweitwichtigsten Reservewährung der Welt geworden. Aber gerade die großen deutschen Aktienbanken haben sich in eine Abhängigkeit von den angelsächsischen Finanzmärkten begeben und müssen nun vom Steuerzahler und der EZB subventioniert werden. Aber auch auf dem Binnenmarkt gibt es zunehmende Spannungen. Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands hat sich zwischen1998 und 2007 aufgrund der niedrigen Lohnstückkosten um 10 Prozent verbessert. Italien hatte im Vergleich dazu eine Verschlechterung seiner Wettbewerbsfähigkeit um 34 Prozent in Kauf zu nehmen. Das deutsche Wettbewerbswunder geht auf sinkende Arbeitslöhne zurück, die zu schwacher Binnennachfrage führen. Während die deutsche Konsensgesellschaft eine Abschwächung der Gewerkschaften zuließ, konnten die italienischen und französischen Gewerkschaften Lohnsteigerungen erringen. Jährlich wächst der deutsche Export in den Euroraum um 10 Prozent und übertrifft die französischen und italienischen Exporte um drei oder vier Prozent. Die deutsche Exportwirtschaft hat bei den Handelspartnern je rund zwei Millionen Arbeitsplätze zerstört. Die Regierungen der betroffenen Länder sind dadurch mit Steuerausfällen und höheren Sozialabgaben belastet. Die europäischen Handelspartner litten also an der Expansion der deutschen Konzerne, gegen die sie sich seit der Währungsunion nicht mehr durch Abwertungen schützen können. Durch den Abschwung der Weltwirtschaft aber schrumpfen auch die deutschen Exportmärkte - und wieder fordern die Handelspartner und auch die Ökonomen der OECD Deutschland auf, die Binnenkaufkraft zu stärken und die Löhne heraufzusetzen. Ob in Deutschland die Einsicht wächst, dass die Unterordnung der Wirtschaft unter Exportzwänge auf Dauer nicht nur wirtschaftlich sondern auch politisch Nachteile bringt? Ob Deutschland sich zur Konjunkturlokomotive umwandelt? Eine andere Lösung wäre das Zerbrechen des Euroverbundes und das Wiedererstarken des nationalen Protektionismus gegen Billigimporte. Aber vielleicht ist die dritte Lösung die beste, eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik, wie sie von Frankreich gefordert wurde. David Marsh hat ein informatives Buch geliefert, aus dem man viel lernen kann. Leider ist sein Blick vor allem auf die öffentlichen Institutionen gerichtet, die Bundesbank und die politischen Spieler, von denen er einige recht gut ins Bild bekommt. Blind bleibt er gegenüber den Akteuren der Finanzmärkte. Das zeigt sich etwa, wenn er eine Äußerung von Schlesinger für den Sturz des englischen Pfundes verantwortlich macht: Es war nicht Schlesinger, sondern der Hedge- Fonds-Milliardär George Soros, der gegen das Pfund spekulierte. Download article For further details including book purchases, bulk copies and news on book launch events, please contact: Wiebke Räber, London and Oxford Group, + 44 (0)20 7796 9911, wiebke.raeber@londonandoxford.com For all other questions about the book, including reviews, please contact: For English edition: Katie Harris, Yale University Press, + 44 (0)20 7079 4900, katie.harris@yaleup.co.uk For German edition: Dagmar Landgrebe, Murmann Verlag, +49 (0)40 3980 8313, landgrebe@murmann-verlag.de
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