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THE EURO - Media Comments and Reaction News & Commentary in German |
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Reviews in German Blut und Gold Gut zehn Jahre nach Einführung des Euro legt der Finanzexperte David Marsh in einem neuen Buch eine Bilanz und historische Rückschau vor – unterhaltsam und faktenreich by Elke Pickartz - published on 19/01/09 in Wirtschaftswoche Zum 10. Geburtstag des Euro am 1. Januar dieses Jahres explodiert die Publikationsliste zur Gemeinschaftswährung förmlich. Oft handelt es sich bei den Aufsätzen, Essays und Büchern um oberflächliche und ideologisch voreingenommene Lobeshymnen oder Verrisse. David Marshs "Der Euro" ist eine erfreuliche Ausnahme. Kenntnisreich und fundiert zieht der britische Finanzexperte Bilanz. Der exzellent vernetzte ehemalige Journalist hat mit zahlreichen Zeitzeugen und historischen sowie aktuellen "Machern des Euro" gesprochen, deren Äußerungen in seine Bewertung der Geschichte und der Zukunft des Euro einfließen. Wer die Zukunft des Euro erkennen will, muss auf seine Vergangenheit blicken. Diese sei „eine Geschichte aus Blut und Gold“, schreibt Marsh, die lange vor seiner Einführung begann. Im Zentrum stehen seit jeher Deutschland und Frankreich, die zwei zentralen Mächte Kontinentaleuropas. Schon Napoleon liebäugelte mit einer Einheitswährung, der Dichter Victor Hugo setzte sich auf dem Pariser Friedenskongress 1849 für sie ein. „L’Europe se fera par la monnaie ou ne se fera pas“, sagte gut 100 Jahre später Jacques Rueff, einflussreicher Berater des Präsidenten Charles de Gaulle: Europa werde durch eine Währung geeint oder gar nicht. Frankreich war dabei immer bemüht, die monetäre Macht Nachkriegsdeutschlands für seine politischen Ziele einzuspannen. Marsh zeigt, wie sich Frankreichs Stolz und Deutschlands Stabilitätsdrang beständig aneinander rieben – und so auch das Euro-Projekt vorantrieben. Die Bilanz nach zehn Jahren Euro sei positiv, sagt Marsh, doch er setzt auch Fragezeichen. Die Europäische Zentralbank erreichte, was ihr nur wenige zugetraut hatten: die Inflation niedrig zu halten, ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit zu erringen und so dem Euro weltweit Geltung zu verschaffen. Doch das war, so der Autor, ein Erfolg, der nicht schwerfiel: Auch außerhalb des Euro-Raums blieb die Inflation niedrig, und der Euro-Raum fiel im internationalen Produktivitätsvergleich eher zurück. Die eigentliche Bewährungsprobe des Euro liegt laut Marsh daher noch vor ihm. Viele Mitglieder hätten es versäumt, Strukturreformen voranzutreiben. Stattdessen erkennt der Autor eine Reformmüdigkeit, die Länder wie Italien oder Griechenland in so große Bedrängnis bringen, dass sie die Währungsunion womöglich gefährden. Früher konnten diese Länder ihre Währung abwerten, um wettbewerbsfähiger zu werden. Heute müssen unbequeme Strukturreformen her. Der Euro schützt in Zeiten der Krise also nicht nur gegen Währungsspekulation, er offenbart auch schonungslos wirtschaftspolitische Fehler und Versäumnisse seiner Mitglieder. Damit könnte der Euro künftig mehr als Sündenbock denn als Stabilitätsanker gesehen werden. Marsh hat ein detail- und anekdotenreiches, unterhaltsames Buch geschrieben. Bisweilen geht die Lesbarkeit auf Kosten der analytischen Tiefe, besonders wenn es in den letzten Kapiteln darum geht, die Bedeutung des Euro in der Finanzkrise einzuordnen und in die Zukunft zu blicken. Dennoch: Es bleibt in jedem Fall lesenswert. Download article For further details including book purchases, bulk copies and news on book launch events, please contact: Wiebke Räber, London and Oxford Group, + 44 (0)20 7796 9911, wiebke.raeber@londonandoxford.com For all other questions about the book, including reviews, please contact: For English edition: Katie Harris, Yale University Press, + 44 (0)20 7079 4900, katie.harris@yaleup.co.uk For German edition: Dagmar Landgrebe, Murmann Verlag, +49 (0)40 3980 8313, landgrebe@murmann-verlag.de
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